Warum Hochdruck Fassaden schadet
Hochdruckreiniger sind in vielen Garagen zu finden und ein verlockendes Werkzeug. Bei einer Fassade verursachen sie aber häufig mehr Schäden, als sie beseitigen:
- Putz wird aufgerissen: der harte Wasserstrahl trägt nicht nur den Bewuchs ab, sondern auch die oberste Putzschicht.
- Feuchtigkeit wird in die Wand getrieben: der Druck presst Wasser in Poren und Risse, die anschließend nicht mehr trocknen können. Folge: Schimmel, Putzabplatzungen, Frostschäden.
- Wärmedämmverbundsysteme werden beschädigt: moderne gedämmte Fassaden sind besonders empfindlich. Hochdruck kann die Dämmplatten aufreißen oder den Armierungsputz ablösen.
- Bewuchs kommt schneller zurück: die angeraute Oberfläche bietet neuen Sporen mehr Halt. Das Problem ist nach kurzer Zeit größer als vorher.
- Farbe und Beschichtungen werden abgeplatzt: moderne Fassadenfarben halten Wind und Regen stand, nicht aber dem konzentrierten Wasserstrahl eines Hochdruckreinigers.
Wer schon einmal in der Nachbarschaft eine fleckige, fleckenweise abgeplatzte Fassade gesehen hat, kennt das Ergebnis. Häufig steckt ein gut gemeinter Hochdruck-Reinigungsversuch dahinter.
Was funktioniert stattdessen?
Die fachgerechte Alternative ist eine chemische Reinigung mit biologisch abbaubaren Spezialreinigern, drucklos aufgetragen. Das Prinzip:
- Der Reiniger nach OECD-Norm 301A wird mit einer Niederdrucksprühanlage aufgetragen.
- Der Wirkstoff dringt in den Bewuchs ein und baut Algen, Flechten und Grauschleier biologisch ab.
- Innerhalb von Stunden bis Tagen wird der Bewuchs aufgelöst.
- Der nächste Regen spült die Reste rückstandsfrei ab.
- Wo nötig, wird mit niedrigem, materialverträglichem Druck nachgespült. Niemals mit Hochdruck.
Das Ergebnis ist gleichmäßiger, schonender und hält länger. Der Putz bleibt intakt, die Bausubstanz wird geschützt. Und: Sie hören keinen lauten Hochdruckreiniger, die Nachbarschaft bleibt entspannt.
Welche Fassaden vertragen die Methode?
Praktisch alle. Wir stimmen Reiniger und Einwirkzeit auf das jeweilige Material ab:
- Putz (mineralisch oder Kunstharz): die häufigste Variante. Der Reiniger wirkt im Putz, ohne ihn anzugreifen.
- Wärmedämmverbundsysteme: besonders empfindlich, deshalb ist Hochdruck hier ein absolutes Tabu. Druckloser Auftrag ist die einzig richtige Methode.
- Klinker und Sichtmauerwerk: die Fugen sind die Schwachstelle. Hochdruck spült Mörtel aus, drucklose Reinigung lässt die Fuge intakt.
- Faserzement und Eternit: ältere Platten dürfen nicht aggressiv behandelt werden, schon wegen möglicher Faserfreisetzung.
- Sichtbeton: oft veralgt, durch drucklose Behandlung schonend zu klären.
- Naturstein und Sandstein: denkmalrelevante Oberflächen behandeln wir besonders zurückhaltend, bei Bedarf in Abstimmung mit der Denkmalbehörde.
Ablauf einer fachgerechten Fassadenreinigung
Vom Auftrag bis zur sauberen Fassade vergehen in der Regel nur wenige Tage. Der Ablauf in Kürze:
- Kostenlose Vor-Ort-Besichtigung: wir bestimmen Material, Bewuchs und Fläche.
- Kostenlose Testfläche: Sie sehen das Ergebnis vor der Beauftragung.
- Verbindliches Festpreisangebot: keine Nachberechnung, keine Überraschungen.
- Vorbereitung: Pflanzenschutz, Abdeckungen, ggf. Gerüst oder Hubarbeitsbühne.
- Auftrag des Spezialreinigers: drucklos, mit Sprühanlage.
- Einwirken lassen: der Reiniger arbeitet biologisch.
- Kontrollierte Nachreinigung: nur dort, wo nötig, mit Niederdruck.
- Optional: hydrophobe Imprägnierung für 10 bis 15 Jahre längeren Schutz.
- Abnahme: Sie prüfen, dann zahlen Sie den vereinbarten Festpreis.
Was kostet die Methode?
Die fachgerechte Fassadenreinigung ohne Hochdruck kostet 6 bis 9 Euro pro Quadratmeter inkl. MwSt. Mit anschließender Imprägnierung sind es 13 bis 19 Euro pro Quadratmeter. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade ergibt das:
| Leistung | Preis |
|---|---|
| Reinigung ohne Hochdruck (150 m²) | 900 bis 1.350 € |
| Reinigung plus Imprägnierung (150 m²) | 1.950 bis 2.850 € |
| Anfahrt im Saarland und Rheinland-Pfalz | kostenfrei |
| Vor-Ort-Besichtigung und Testfläche | kostenfrei |
Im Vergleich dazu kostet eine Putzsanierung nach einem Frostschaden schnell 50 bis 80 € pro m². Die schonende Reinigung ist also nicht nur die richtige Methode, sie ist auch ein Bruchteil dessen, was eine Reparatur nach unsachgemäßer Hochdruckbehandlung kostet. Mehr Zahlen im Ratgeber Fassadenreinigung Kosten.
Mit oder ohne Imprägnierung?
Eine reine Reinigung hält etwa 4 bis 7 Jahre. Mit einer hydrophoben Imprägnierung direkt im Anschluss verlängert sich der Zeitraum auf 10 bis 15 Jahre. Wichtig: Es geht um eine diffusionsoffene Imprägnierung, nicht um eine filmbildende Versiegelung. Der Unterschied:
- Imprägnierung richtig: Wasser perlt ab, Schmutz findet keinen Halt. Die Wand bleibt atmungsaktiv, Feuchtigkeit kann nach außen entweichen. Lotos-Effekt durch Nano-Strukturen.
- Versiegelung falsch: filmbildend, sperrt Feuchtigkeit in der Wand ein. Folge: Schimmel und Putzschäden. Für mineralische Fassaden ungeeignet.
Wir setzen ausschließlich auf diffusionsoffene Imprägnierungen mit 10 Jahren Garantie. Mehr zum Thema im Ratgeber Algen und Grünbelag an der Fassade entfernen.